22 November 2011

Sinnespflege


Sinnespflege steht bei der Waldorfpädagogik weit oben.
Und auch bei uns als Waldorfeltern.
Es ist wichtig, dass unsere Kinder ihre Sinne kennenlernen und benutzen und dass wir als Eltern diese fördern.
Einer dieser Sinne ist das Tasten.
Um diesen Sinn wirklich zu pflegen, ist es für mich als Mutter wichtig, dass meine Kinder nicht (nur) mit blinkendem Plastikspielzeug spielen, sondern vorallem mit Naturmaterialien.
In Tastspielen, im Sandkasten, beim Backen, Kneten, Werken, Handarbeiten und beim durchwühlen vom Kastanienkorb entwickeln die Kinder einen Sinn für ihren eigenen Körper und für die verschiedenheit von Stoffen und Materialien.

Während Julietta das Kneten (egal mit welchen Materialien. Teig, selbstgemachte Knete, usw...) bisher immer für 'eklig' empfand, bzw sich noch nicht richtig ran traute mit ihm in Berührung zu kommen, blühte sie heute richtig darin auf.
In den letzten Tagen wurde im Waldorfkindergarten und auch bei uns Zuhause viel gebacken und somit geknetet, Teig gerollt und ausgestochen.
Am Martinsfest waren es die Martinshörnchen und Weckmänner, welche die Kinder sogar selbst formten, am Erntedank die Kürbiskernbrötchen und im Moment die Weihnachtsplätzchen.
Kinder brauchen Wiederholungen, um zu erkennen und verstehen.
Und sie brauchen uns Erwachsene als Vorbilder um nachahmen zu können.
Beim Kneten des Teiges heute, fühlte Julietta ihn zwischen ihren Finger, unter den Fingernägeln,
berührte ihn mit den Fingerspitzen und den Handflächen.
Immerwieder nahm sie Mehl nach, klatschte in die Hände, rieb das Nudelholz damit ein und knetete letzendlich den Teig damit. Rollte ihn zu einer festen großen Kugel und tauchte ihre Finger tief darin ein. (und leckte sie ab. Teig naschen gehört natürlich dazu ;))
Backen mit Kindern macht also nicht nur Spaß, sondern regt die Sinne an!

einen weiteren Post über das Kneten und die Sinneserfahrung könnt ihr auch bei das Wolkenschaf lesen.



Kommentare:

  1. toll Geschrieben!!
    da mag man am liebsten direkt los legen!!

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  2. Ich habe mal eine interessante Sache bei einer Bekannten beobachten können. Sie lebt mit ihrer Familie auf einem großen Hof, ein Mehrgenerationenhaus mit viel Platz und einigen Tieren. Ihre Kinder werden mit Plastikspielzeug regelrecht zugeschüttet. Es gibt nichts, was sie nicht haben. Als wir mal zu Besuch waren, musste uns ihr 4-jähriger Sohn unbedingt sein Spielzeug zeigen. Er schleppte uns in eine Ecke in der Scheune. Dort hatte er Steine zusammengesammelt, die er sortierte und mit einem kleinen Traktor durch die Gegend fuhr. Alles andere war egal. Wenn sie können, suchen sich Kinder schon das richtige Spielzeug, um ihre Sinne anzuregen. ;-)

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  3. Hallo

    bin von einem anderen Blog, auf deine Seite gestossen, gefällt mir gut bei euch. Ich komme bestimmt wieder.

    LG

    Barbara

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  4. Oh ich freue mich auch schon auf das Backen der Plätzchen. Allerdings fangen wir immer erst am 1 Dezember an. Frag nicht, das hat sich so bei uns ergeben.

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  5. ...so ist es ;o), was für ein herrliches Bild ;o)!Einen tollen Tag und viele, liebe Grüße,Petra

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  6. Ich mag die Walddorfpädagogik auch total gerne! Vorallem bei Jerry (auch wenn er leider leider nicht in so eine kita geht- hier gibt es keine in unserer Nähe). Ich mach hier auch viel mit ihm , was die Wahrnehmung angeht (auch wegen seiner Wahrnehmungsstörung durch die Autistischen Züge) , mit "natürlichen" Materialien. Die er erfühlen,ertasten (meist auch erschmecken xD ), riechen kann. Mit dem Hingucken, da haben wir noch etwas probleme da reagiert er leider mehr auf diesen Blingbling kram.. *Grummel*

    Find eure Einstellung echt klasse <3 :) ...

    Liebste Grüße
    Nike

    PS: ich hab die Manduca ausprobiert ;) .. Ein trauuuum! ... Ich weiß was ich mir zu weihnachten wünsche von meinem Papa :D

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