25 Mai 2014

Zwei unterschiedliche Spielkinder


Vielleicht kennt die ein oder andere 2fach Mutter das. 
Meine zwei Mädels sehen sich zwar ähnlich und sind es sonst auch in vielen Dingen die sie tun.
Aber im spielen sind sie sehr unterschiedlich. Unterschiedlicher könnten sie nicht sein.

Julietta ist eine von denen, die selten alleine spielt. Sie hat es lieber, wenn jemand bei ihr ist und mit ihr spielt. Ständig fordert sie jemanden zum spielen auf. 
Man sagte mir mal, dass sie nicht alleine spielen will läge an mir. 
Als es nur Julietta gab und an Martha noch nicht zu denken war, habe ich sehr viel Zeit mit Juli verbracht.
Meine komplette Zeit gehörte ihr. 24/7. Ich war immer bei ihr, spielte den lieben langen Tag mit ihr, unternahm viele Dinge. Sie bekam alle Aufmerksamkeit.
Ich dachte, sie ist mein Kind. Mein einziges und erstes Kind. Ich muss mich viel mit ihr beschäftigen.
Ich bin jetzt Mama und nichts anderes. Und ich habe ein Kind bekommen, um mich um dieses zu kümmern und damit ich mit ihr spiele und all meine Energie und Zeit in sie stecke.
Sie war immer um mich herum und ich nahm sie überall mit hin.

Dann wurde ich nach einiger Zeit wieder schwanger und bekam Martha. Kind nummer zwei.
Nun war Julietta nicht mehr allein und bekam nicht all die Aufmerksamkeit, die sie vorher so genoss.
Jetzt musste Julietta teilen. Die Aufmerksamkeit, ihre Mama, die Spielzeit...
Martha kam mit 20 Monaten in den Kindergarten. Also recht früh. Ich ging arbeiten. War nicht mehr nur Mama.
Martha ist schon von anfang an gewohnt, dass sie teilen muss. Sie weiss nicht wie es ist, wenn man alleine ist. Wenn man keine Schwester hat. 
Martha teilt lieber und Martha ist auch gerne mal alleine. Während Juli die Gesellschaft genießt, genießt Martha es auch gerne mal allein zu sein. Sie geht oft einfach allein ins Kinderzimmer und spielt 20-30 Minuten lang seelenruhig mit dem Puppenhaus, den Holztieren, ihrem Kartenspiel und mehr.
Sie redet dabei mit sich selbst, singt vor sich hin, unterhält sich mit den Puppen...
Bis Julietta ins Zimmer kommt, die ihr irgendwas abnimmt und laut 'meins' brüllt.
Dann fängt Martha an zu weinen. Der eine hat dem anderen auf den Kopf gehauen und die Spielzeit im Zimmer ist vorbei.
Es geht nur gut, wenn ich mit im Zimmer bin. Zumindest ohne Streit. Aber dann spielen beide einfach anders.
Sie konzentrieren sich nicht wirklich aufs spielen und tun, sondern auf mich.
Erst will die eine auf meinen Schoß, dann will die kleine an die Brust, die Große will, dass ich mit ihr ein Spiel für große Mädchen spiele, damit sie mich wieder allein für sich hat ...
Puh! Das ist manchmal ganz schön kompliziert und anstrengend.
Aber ich denke weder, dass es meine Schuld ist, noch dass ich es hätte anders machen sollen.
Jedes Kind ist unterschiedlich und ich denke es ist ganz normal, dass das erste Kind immer ein bisschen mehr genossen hat als das zweite.



Aber Julietta und ich machen in der Regel einmal im Monat einen Juli-Mama Tag. wo Julietta mich ganz für sich alleine hat.
Martha bleibt dann bei Florian und ich ziehe mit Juli um die Häuser.
Sie genießt diese Zeit sehr und sie ist auch vom Verhalten her dann ganz anders, als wenn Martha mit dabei ist.
Wir gehen dann ins Kino oder Mittag essen, oder Eis essen, oder shoppen... oder oder oder...
Juli kommt es in dem Moment, an diesem Tag, überhaupt nicht darauf an was ich mit ihr mache, sondern dass ich etwas nur mit ihr mache.
Ich glaube sie braucht diesen Tag total und auch wenn es nur einer im Monat ist, nützt er ihr viel.
Wir freuen uns schon immer auf den nächsten Juli-Mama Tag.


Wie ist das bei euch, habt ihr auch zwei Kinder mit unterschiedlichen Spielverhalten?
Gibt es bei euch auch so einen Großes Kind- Mama Tag?

Kommentare:

  1. Bei. Ihr ist es genau so, unsere Große, mittlerweile 11, war ein absolutes und völlig überraschendes wunschkind und entsprechend viel zeit haben wir die ersten drei Jahre miteinander verbracht. Kinder hat man nicht um sie abzuschieben, das seh ich ganz genau so . 7 Jahre später kam der kleine, ein Sonnenscheinkind, mit knapp einem Jahr in der Krippe, das gabs bei der groEn noch nicht, und Mam wieder arbeiten. Wie bei dir, er kann warten, allein spielen aber er spielt auch Super gern mit seiner Schwester, nur sie nicht mit ihm... Mit mir will er nicht, er liebt seine große Schwester, schaut sich viel ab leider auch Schmarrn... :-) Er kuschelt suuuuper gern mit mir, das hat die große nie gemacht, sie wollte einfach nicht... Und so könnte ich noch viel mehr aufzählen... Also, du bist nicht allein ;-) in diesem Sinne, gute Nerven und lieben Grüße vicky

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  2. Guten Morgen!
    Ich habe ja drei Kinder, zwei Jungen und ein Mädchen. Sie sind jetzt schon erwachsen, ca in deinem Alter. Damals hatte ich auch für jedes Kind einen Tag mit Mama allein eingeführt, nicht ganz so regemäßig, aber immer mal wieder. Der Große ging mit mir am Liebsten auf Reptilienausstellungen und in Zooläden, die selbige verkauften, der Mittlere freute sich über Messebesuche im Bereich Modellbau und Reisen in die Vulkaneifel, um dort in diversen Maaren vielleicht noch etwas blubbern zu sehen, und mit der Kleenen war es immer am Einfachsten. Sie wollte einfach nur mit mir spazieren, durch die Stadt gehen und dann ein schönes Mama- Tochter Essen genießen. Ich halte solche Tage für eine echt gute Idee. Sie sind meinen Kids in lebendiger Erinnerung geblieben!!!! LG!

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  3. Ich denke es ist sehr stark charakterabhängig. Klar habe ich auch mit meinem ersten Kind viel mehr Zeit verbrungen, aber für ihn ist es einfacher Kompromisse einzugehen und zu teilen, wohingegen Kind Nummer 2 sehr eifersüchtig ist und die Mama am liebsten für sich alleine hätte. Da bin ich nun ganz gespannt wie sich das bei unserem Silvesterbaby entwickeln wird.
    Wünsche dir und deinen Mädels eine tolle Woche und grüsse euch ganz herzlich
    Stéphanie

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  4. Hi,
    obwohl ich nur einen Krümmel hab, möchte ich dir trz sagen, dass ich deinen Juli-Mama Tag ganz toll und wichtig finde.
    Ich kann mir gut vorstellen das "die großen Kinder" sich schnell mal weniger beachtet fühlen, was im Tagesablauf natürlich auch schwer umsetzbar ist, da die Kleineren ja auch ganz andere Aufgaben mit sich bringen.
    Zu der Kritik die du beschreibst. So ein Quatsch, jedes Kind ist anders und dein Verhalten ist völlig natürlich. Wieso sollte man seine Zeit mit dem ersten Kind bemessen weil ja eventuell noch ein zweites kommen könnte. So lange du mit deiner Erziehungsweise glücklich bist, werden das deine Kinder auch merken und es dir danken! Also immer schön weiter machen =) Deine zwei Mäuse sind eh zuckersüß und zum anbeißen <3

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  5. Ich bin ja noch eine ganz frische zweifach mama. Aber sobald der kleine etwas groesser ist und auch mal ohne mich auskommt, moechte ich unbedingt auch Oscar-Mama Dates machen.

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  6. Ich habe auch zwei Mädchen und ich habe gerade gedacht Du schreibst über meine Kinder. Es ist ganz genau so... ich denke auch, dass es daran liegt, dass die Große immer volle Aufmerksamkeit hatte und die Kleine immer schon teilen musste. Inzwischen ist es besser geworden. Die Große wird in ein paar Wochen 8 und die Kleine ist jetzt schon 5 1/4. Da wird das Ganze wieder entspannter. Und so Unternehmungen mit nur einem Kind machen wir auch öfter und genießen es auch. LG, Nadine

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  7. Hallo! Ich melde mich mal mit dem Gegenbeispiel. Ich habe zwei Mädels im Abstand von 2 Jahren. In die Krippe sind beide mit ungefähr einem halben Jahr gekommen und das hat jetzt (gute 4 Jahre später) zum Ergebnis, dass die Große sehr selbständig ist, sich schon immer gut alleine beschäftigen konnte und die Kleine, die es ja wirklich gar nicht kennt alleine zu sein, immer jemanden braucht, der mit ihr spielt. Zusammen ist es ganz prima und Eifersüchteleien kennen wir eher bezogen auf materielle Dinge, als auf Mama-Papa-Zeit. Aber wehe die Große ist mal zum Spielen verabredet und ich habe es versäumt, der Kleinen auch jemanden zu organisieren. Dann brauche ich aber nicht davon träumen, dass ich an dem Nachmittag zu irgendetwas komme ... :-)

    LG
    Kaffeetante

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  8. Liebe Tatii,

    ich bin zweifache Jungsmama und habe mich eben voll und ganz in Deinen Worten wieder erkannt. Genauso, aber wirklich haargenauso ist es bei uns auch. Da bin ich mir sicher, dass es nicht an Dir liegt :).

    Liebst,
    Saskia

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  9. Hallo Tati,
    meine zwei sind auch sehr verschieden. Wobei Max ja jetzt erst ein Jahr alt ist. Beide können sich aber auch mal gut alleine beschäftigen.
    Bei uns ist eher grad' das Problem dass Max immer Mia's "Spielwelten" zerstört - ja, anstrengend!
    Ich genieß' die Zeit mit einem Kind auch immer ganz besonders!
    LG Sandra

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